Die Halse sollte jeder Windsurfing-Anfänger nach den Grundmanövern dringend auf Platz eins der To-Learn-Liste setzen, denn: Bei dieser 180-Grad-Drehung handelt es sich nicht nur um ein wichtiges, sondern vor allem um ein spaßiges Manöver. Doch wie immer heißt es: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – einfach ist die Halse ganz sicher nicht, es braucht ein wenig Übung. Wer die Drehung jedoch drauf hat, wird nichts anderes mehr machen wollen.

Halsen lernen ist nicht ganz einfach, der Aufwand lohnt sich jedoch. Wichtig ist hierbei, mit dem richtigen Equipment zu arbeiten. Wer sich schnell mal das Board vom Kumpel (der schon länger surft) ausleiht, wird damit wenig Freude haben, denn: Die Halse ist eine ziemlich wacklige Angelegenheit – besser sind Schulungsboards von Surfschulen, die ausreichende Breite bieten und so auch beim Halsen einen sicheren Stand ermöglichen. Mit (zu Beginn) zusätzlich ausgeklapptem Schwert, ist auch die Kippstabilität maximiert. Alle Vorbereitungen sind nun getroffen. Fangen wir an, die Halse zu meistern.

Wie funktioniert die Halse?

Es ist wichtig, die Halse richtig einzustudieren, um das Manöver aus dem Effeff auf allen Boards (breit oder schmal) zu beherrschen. Die folgenden Schritte sind für den Erfolg entscheidend:

  • Wer sich an die Halse wagen möchte, muss zunächst von Halbwindkurs auf Lee steuern.
  • Das Rigg leicht schräg neigen und den Mastarm durchstrecken.
  • Gleichzeitig sorgt die zweite Hand dafür, dass das Segel dicht an den Körper herangezogen wird.
  • Der Wind gibt dem Segel nach vorne hin nun richtig Schub.
  • Genau dieser Druck ist erforderlich, um halsen zu können.
  • Der hintere Fuß muss sich ziemlich nah an der Kante befinden. Denn nur so kann das Brett auf der Innenseite nach unten gedrückt werden. So wird die Drehung eingeleitet.

Auch bei seichtem Wind und einem ziemlich breiten Schulungsboard, stellt dieser Schritt eine echte Herausforderung dar. Viele Anfänger führen die Drehbewegung daher oftmals über die Finne durch. Wenn die Drehung jedoch gelungen ist, geht es auf Vorwindkurs weiter:

  • Die rechte Hand holt den Mast näher zum Körper.
  • Von dort wandert der Mast auf die andere Seite am Körper des Windsurfers vorbei.
  • Mit einem Überkreuzgriff halten die Hände die Gabel nun auf der anderen Seite fest. Das Segel bleibt so lange weit geöffnet, bis man den neuen Kurs erfolgreich eingeschlagen hat.

Vor allem ein konstanter Druck der Füße ist bei diesem Manöver wichtig. Nach dem Shiften des Segels also unbedingt die Stellung der Füße wechseln – und schon ist die Halse gelungen. Die Schrittabfolge ist nicht unbedingt einfach, weshalb vor allem Anfänger mit einem erfahrenen Surflehrer trainieren sollten, um die Halse ins Blut übergehen zu lassen. Wer es jedoch schafft, wird schnell verstehen, warum die Halse das Nonplusultra beim Windsurfen ist: Sie macht einfach Spaß.